DAs Vorbild
Nachdem das Eisenbahnnetz der Bundesrepublik bis in die 1950er Jahre zunächst instandgesetzt wurde, gab es ab Mitte der Dekade bereits Überlegungen ein Schnellverkehrsnetz für den Fernverkehr einzurichten. Zunächst übernahmen die Dampflokomotiven der Baureihen 01, 01.10, 03 und andere diese Fernverkehre. Auf den elektrifizierten Strecken kamen Loks der Baureihen E18 und E19 zu Einsatz. Als Anfang der 60er Jahre der Bedarf an schnellen Lokomotiven deutlich anstieg hat man sich zunächst mit technisch angepassten Maschinen der Baureihe E10 (E10.12) beholfen.
Die DB äußerte also nun den Wunsch nach einer 200 km/h schnellen und anfahrstarken Schnellzuglokomotive. Krupp/AEG und Henschel /SSW (Siemens) stellten entsprechende Konzepte vor. Die Entscheidung fiel zugunsten des Henschel/SSW Vorschlages und es entstanden bis 1965 vier Prototypen mit zwei unterschiedlichen Antriebskonzepten. Das Design der neuen Lok wurde von der TH Hannover beigesteuert und entsprach den damals hochmodernen Stromlinienformen.
Als erste Lok rollte die Maschine mit der Fabriknummer 30716 am 10. Februar 1965 aus den Henschel-Werken in Kassel.
Die ebenfalls im Bau befindliche 30715 sollte erst gut eine Woche danach die Tore des Henschel-Werkes verlassen. So kam es, dass bei der offiziellen feierlichen Übergabe der ersten E03, die E03 002 als E03 001 beschriftet wurde, um den Eindruck der "ersten Lok" aufrecht zu erhalten. Zur buchmäßig offiziellen Indienststellung am 18. März 1965 der richtigen E03 001 wurden die Schilder wieder getauscht. Bis Juni 1965 wurde dann auch die anderen beiden Maschinen abgeliefert.
Während der Internationalen Verkehrsausstellung im Sommer 1965 in München, sorgten die E03 für großes Aufsehen. Nicht nur wegen Ihres futuristischen Designs und Ihrer Größe, sondern vor allem wegen Ihrer Kraft und der Geschwindigkeit standen die vier Maschinen im Rampenlicht der Veranstaltung. Währen eine Lok (003) permanent auf dem Ausstellungsgelände präsentiert wurde, wechselten sich die anderen drei vor einer speziell eingerichteten Leistung nach Augsburg ab, die Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h im Plandienst vorsahen. Die enorme Leistung von bis zu 6.420 kW machte solche spektakulären Einsätze möglich.
Die E03 galt zu dieser Zeit als die stärkste einteilige Lokomotive der Welt!
Die vier Vorserienmaschinen blieben bis in die 1980er Jahr im Einsatz. Sie wurde in einigen Details der späteren Serie angepasst, Ihr markantes einreihiges Lüfterband behielten sie aber währen der gesamten Dienstzeit.
Bis heute sind drei (001; 002; 004) der vier Vorserienloks erhalten geblieben und können in Museen bestaunt werden. Die E03 001 ist betriebsfähig und wird regelmäßig vor Sonderzügen eingesetzt.